Exkursion Eisvogel am Klingnauer Stausee
Einen Eisvogel sehen, den Vogel des Jahres 2026, das war das erklärte Ziel für den Ausflug zum Klingnauer Stausee. Dieses Begehren hat dem NVU sogar ein neues Vereinsmitglied beschert, das sich extra angemeldet hat, um auf der Exkursion dabei zu sein!
Ausgerüstet mit Feldstechern und professionellem Fotoequipment (teilweise:-)) machten sich 18 NVUler am Samtag morgen auf den Weg. Ein kurzer und vor allem kurzweiliger Spaziergang sollte es werden, vom Parkplatz bis zum Birdlife Naturzentrum. Unter der fachkundigen, engagierten Leitung von Claudia Maire konnten wir in gut einer Stunde fast 40(!) verschiedene Vogelarten entdecken. Besonders erwähnenswert sind drei seltene Sichtungen: eine Zwergdommel, ein Schlangenadler und ein Schwarzspecht! Herzlichen Dank an dieser Stelle, Claudia!
Unser eigentliches Ziel, einen Eisvogel zu sehen, hatten wir vor lauter Begeisterung über die Vielfalt fast ein wenig aus den Augen verloren. Zum Glück war aber eine Fürhung geplant bei Birdlife, wo uns die Lebensgewohnheiten der Eisvögel mit schönen Bildern und auch ausgestopften Exponaten etwas näher gebracht wurden.
Fakten zum Eisvogel
Der nur etwas 16-18 cm grosse Eisvogel lebt bevorzugt an klaren, fischreichen Gewässern. Seine Flügel schlagen bis zu achtmal pro Sekunde, so kann er mit Geschwindigkeiten von etwa 40 km/h fliegen.
Er benötigt Ufer mit Steilwänden oder Böschungen zum Brüten. Mit Schnabel und Füßen gräbt er eine Brutröhre mit 50-100 cm Länge in eine Steilwand am Gewässerufer. Das Weibchen legt meist 5–7 weiße Eier, oft gibt es zwei bis drei Bruten pro Jahr. Die Jungen werden der Reihe nach gefüttert und stellen sich danach wieder hinten an, damit das Füttern in der engen Röhre klappt.
Der Eisvogel frisst hauptsächlich kleine Fische, außerdem Wasserinsekten, Kaulquappen, kleine Krebse und gelegentlich Amphibien. Die Beute Jagt von einer Sitzwarte aus und stürzt sich dann pfeilschnell ins Wasser.
Die kräftigen Farben des Gefieders, insbesondere das charakteristische blau/türikis entstehen vor allem durch Lichtbrechung an den Federn und nicht etwa durch Farbpigmente. Männchen und Weibchen sehen sich sehr ähnlich wobei das Weibchen meist einen teilweise orangefarbenen Unterschnabel hat
Die Sichtung
Nach der Einführung durch Birdlife hat sich die erste Gruppe zum Hide begeben, während sich die andere verpflegte. Wie bestellt hat sich uns der Eisvogel von seiner schönsten Seite präsentiert und sogar noch seinen Ast zur Ausschau gewechselt, so dass die Gruppe ihn von allen Seiten bewundern und fotografieren konnte. Nach etwa 10 Minuten hat er sich aus dem Staub gemacht. Alle dachten, der kommt bestimmt gleich wieder. Leider war dem nicht so und die zweite Gruppe (darunter auch das NVU Neumitglied, das extra wegen der Exkursion beigetreten ist) hat ihn nicht gesehen!
Der Ausflug war aber auf jeden Fall gelungen und ein Anreiz, sich auch in der Region auf die Suche nach dem Eisvogel zu machen. Sichtungen zufolge soll es an der Limmat ca. Höhe Glanzenberg im Seitenarm und Richtung Golfplatz sowie am Flachsee (Reuss bei Bremgarten AG) mit etwas Geduld gute Chancen geben!
Bilder: Roland Baumgartner (Eisvögel, Zwergdommel, Schwäne); Claudia Maire (Schwarzspecht, Schlangenadler)
Text: Karin Edler




