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Loch um Loch zum Wohn(t)raum für Wildbienen

Wildbienenhotel 7 Title

 

Zusammen mit dem Familienverein Urdorf (FAVU) haben wir bei schönstem Frühlingswetter stattliche 15 Wildbienenhotels gezimmert. Dazu war von Kindern und Erwachsenen einiges an handwerklichem Geschick gefordert. Galt es doch die vorgefertigten Bretter passend zusammenzuschrauben und dutzende, ja sogar hunderte Löcher zu bohren. Wildbienen, auch Solitärbienen genannt, bilden keine Staaten wie die Honigbiene, sondern leben, wie es der Name besagt, einzeln oder eben solitär. Für die Aufzucht der Brut suchen sie sich geeignete Brutgänge. Diese finden sich natürlicherweise in totem Holz, welches von anderen Insekten mit Gängen versehen wurden. Durch Anbohren von trockenem Laubholz kann man auf einfache Art und Weise selber Nisthilfen anlegen, welche von Wildbienen gerne und rasch angenommen werden. Für mich ist es immer wieder faszinierend, das hochspezialisierte Brutgeschäft zu beobachten. Mit eindrücklichem Eifer sammelt das Bienenweibchen Nahrung, z.B. Pollen, und füllt damit einen kleinen Abschnitt im Holzloch. Sobald genügend Futter gesammelt ist, legt sie ein Ei und verschliesset den Gang. Dann beginnt das Spiel wieder von vorne: Futter sammeln, Ei legen, verschliessen. So finden sich bald mehrere Kompartimente hintereinander mit je genügend Nahrung für ein Ei. Daraus schlüpft eine kleine Larve, welche sich mit der vorhandenen Nahrung vollfrisst und so immer grösser wird, bis sie sich verpuppt und zu einer Biene verwandelt. Dieser Vorgang dauert maximal ein paar Wochen. Dann ruht die Biene bis im nächsten Jahr die Bedingungen stimmen und sie sich aus ihrem «Gefängnis» befreit. Die weiblichen Bienen beginnen gleich nach der Begattung mit dem Aufbau einer neuen Brut, wodurch sich der Kreis wieder schliesst.

Kaum bekannt ist, dass es in der Schweiz mehrere hundert unterschiedliche Wildbienenarten gibt, die sich zum Teil extrem spezialisiert haben. Das macht sie natürlich anfällig, wenn ihr Lebensraum zerstört wird und z.B. die Blütenpflanze verschwindet, auf die sie angewiesen sind. Zudem sind Wildbienen auch für die Nahrungsmittelproduktion unerlässlich, denn sie sind wichtige Bestäuberinnen unserer Obstkulturen. Wildbienen fliegen bei niedrigeren Temperaturen als die Honigbienen und wechseln häufiger die Futterpflanze. Das erhöht die Qualität der Bestäubung, was sich am Ende im Portemonnaie des Obstproduzenten bemerkbar macht.

Vieles mehr über die Wildbienen kann auf WildBee.ch entdeckt werden.

© Natur- und Vogelschutzverein Urdorf, Kontakt/Impressum

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